Filmbeschreibungen
THE CHRONOLOGY OF WATER
USA, Frankreich, Lettland 2025 | Regie: Kristen Stewart | 128 Min. | OmU: Englisch / deutsche Synchronfassung | Ab 16 Jahren | Drehbuch: Kristen Stewart, Andy Mingo | Kamera: Corey C. Waters | Schnitt: Olivia Neergaard-Holm | Musik: Alexandra Eckhardt | Mit: Imogen Poots, Thora Birch, Jim Belushi

Lidia wächst im Oregon der 1970er Jahre in einem von Gewalt und Alkohol geprägten Umfeld auf. Als begabte Schwimmerin sucht sie Zuflucht im Wasser, doch Schmerz und Selbstzerstörung begleiten sie auch an Land. Erst im Schreiben beginnt sie, sich ihre eigene Geschichte anzueignen und Erfahrungen von Verletzung und Verlust in Sprache zu verwandeln.
Kristen Stewarts Spielfilmdebüt als Regisseurin basiert auf den Memoiren von Lidia Yuknavitch, deren Kindheit einer Hölle auf Erden glich: vom Vater missbraucht, von der Mutter durch aktives Wegschauen misshandelt. Den für die Jugendliche möglichen Eskapismus in den Leistungssport vereitelt ihr Drogenkonsum. Während der Text aus der literarischen Vorlage aus dem Off gesprochen, geflüstert, gewispert wird, entsteht eine dichte, körperliche Atmosphäre. Die von blitzartig zwischengeschnittenen Bildern durchbrochene Erzählweise mit extremen Close-ups bildet das unberechenbare Muster der Erinnerung selbst nach. Eine eindringliche Beschwörung von seelischer Heilung. (Viennale – Anna Katharina Laggner)
CALLE MÁLAGA – Ein Zuhause in Tanger
Marokko, Frankreich, Spanien, Deutschland 2025 | Regie: Maryam Touzani | 116 Min. | OmU: Spanisch, Arabisch / deutsche Synchronfassung | Ab 14 Jahren | Drehbuch: Maryam Touzani | Kamera: Virginie Surdej | Musik: Freya Arde | Mit: Carmen Maura, Marta Etura, Ahmed Boulane, Miguel Garcés, María Alfonsa Rosso

María Ángeles (Carmen Maura), 79, ist tief verwurzelt im spanischen Viertel von Tanger. Ihre Wohnung in der Calle Málaga – voller Erinnerungen, Blumen und antiker Schätze – ist ihr ganzer Stolz. Vom Balkon aus beobachtet sie das bunte Treiben der Stadt – ruhig, zufrieden, in ihrer eigenen Welt. Doch als ihre Tochter Clara die Wohnung verkaufen will, gerät alles ins Wanken. Statt ins Seniorenheim zu ziehen, stellt sich María Ángeles quer. Mit Witz, List und Herz kämpft sie um ihr Zuhause. Überraschend findet sie dabei neue Nähe, Lebenslust und eine Liebe, die sie längst verloren glaubte.
Eine herzerwärmende und lebensbejahende Komödie, die daran erinnert, seine Träume und Würde im Alter nicht aufzugeben.
LES MISÉRABLES – Die Geschichte von Jean Valjean
Frankreich 2025 | Regie, Drehbuch: Éric Besnard | 98 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | Kamera: Laurent Dailland | Schnitt: Lydia Boukhrief | Musik: Christophe Julien | Mit: Grégory Gadebois, Bernard Campan, Isabelle Carré, Alexandra Lamy

Wir schreiben das Jahr 1815: Nach neunzehn Jahren harter Arbeit, Gewalt und Leid für den Diebstahl eines Brotes wird Jean Valjean aus dem Gefängnis entlassen. Erfüllt von Wut und einem tiefen Gefühl der Ungerechtigkeit, ist er zu einem gefährlichen Mann geworden, der niemandem traut. In erschütternden Rückblenden erzählt Regisseur Éric Besnard, wie die Grausamkeiten im Gefängnis einen sensiblen in einen wütenden Menschen verwandeln und konzentriert sich dann auf die Begegnung des Außenseiters mit einem gutherzigen Mann der Kirche. Dieses Treffen lenkt Jean Valjeans Leben in andere Bahnen.
Der französische Erfolgsregisseur Éric Besnard („Die einfachen Dinge“, „Birnenkuchen mit Lavendel“) wagt sich mutig an Victor Hugos Monumentalwerk und zaubert aus den ersten 150 Seiten des Romans ein fulminantes Leinwanderlebnis über die Entstehung und Entwicklung des späteren Romanhelden.
GELBE BRIEFE
Deutschland, Frankreich, Türkei 2025 | Regie: İlker Çatak | 127 Min. | OmU: Türkisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Drehbuch: Enis Köstepen, Ayda Meryem Çatak, İlker Çatak | Kamera: Judith Kaufmann | Musik: Marvin Miller | Mit: Özgü Namal, Tansu Biçer, Leyla Cabas

Derya und Aziz, ein gefeiertes Künstlerehepaar aus Ankara, führen mit ihrer 13-jährigen Tochter Ezgi ein erfülltes Leben – bis ein Vorfall bei der Premiere ihres neuen Theaterstücks alles verändert. Über Nacht geraten sie ins Visier des Staates und verlieren ihre Arbeit und ihre Wohnung. Sie gehen nach Istanbul, wo sie vorläufig bei der Mutter von Aziz unterkommen. Während sich Aziz mit Gelegenheitsjobs durchschlägt und an seinen Überzeugungen festhält, sucht Derya nach einem Ausweg, der sie finanziell unabhängig macht. Nach und nach vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen und ihrer Tochter, bis sie sich zwischen ihren Wertvorstellungen und der gemeinsamen Zukunft als Familie entscheiden müssen.
Nach dem international gefeierten und preisgekrönten Film „Das Lehrerzimmer“ legt der Oscar®-nominierte Regisseur İlker Çatak erneut ein brisantes und packendes Meisterwerk vor. Ausgezeichnet mit dem Goldenen Bären als Bester Spielfilm bei der Berlinale 2026.
IT’S NEVER OVER, JEFF BUCKLEY
USA 2024 | Regie: Amy Berg | 107 Min. | OmU: Englisch | Keine Altersfreigabe | Kamera: Wolfgang Held, Jenna Rosher, Curren Sheldon, Alex Takats | Schnitt: Brian A. Kates, Stacey Goldate | Musik: Jeff Buckley

Seine grandiose Interpretation von „Hallelujah“ machte ihn weltberühmt, seine Musik und sein unwiderstehliches Charisma sind unvergänglich: IT’S NEVER OVER, JEFF BUCKLEY, unter der Regie der Oscar-nominierten Filmemacherin Amy Berg („Janis – Little Girl Blue“), erzählt vom Leben des jungen Ausnahmekünstlers mit der umwerfenden Stimme, der die Musikwelt der 1990er-Jahre erschütterte und im Alter von 30 Jahren nach Veröffentlichung seines gefeierten Debütalbums Grace überraschend starb.
Anhand bislang unveröffentlichten Filmmaterials und intimer Berichte seiner Mutter Mary Guibert, seiner früheren Partnerinnen Rebecca Moore und Joan Wasser sowie prominenter Weggefährten wie Ben Harper und Aimee Mann beleuchtet der Film Leben und Tod einer der einflussreichsten und zugleich rätselhaftesten Persönlichkeiten der modernen Musikgeschichte.
„Hinreißend. Es ist unmöglich, sich nicht in IT’S NEVER OVER, JEFF BUCKLEY zu verlieben.“ – Variety
ROSE
Österreich, Deutschland 2026 | Regie: Markus Schleinzer | 94 Min. | Originalfassung: Deutsch | Drehbuch: Markus Schleinzer, Alexander Brom | Kamera: Gerald Kerkletz | Schnitt: Monika Willi | Musik: Tara Nome Doyle | Mit: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt, Godehard Giese

In den Wirren des 30-jährigen Krieges erscheint ein mysteriöser Soldat in einem abgeschiedenen protestantischen Dorf. Schweigsam und schmal, das Gesicht durch eine Narbe entstellt, behauptet er, Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs zu sein, und legt ein Dokument vor, das seinen Anspruch bestätigt – sehr zum Missfallen der Dorfgemeinde.
Doch sein Vorhaben wird durch ein Geheimnis erschwert: Unter falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts hat der Soldat seinen Weg in das Dorf genommen. Doch um seine Ziele zu erreichen, wird er auch nicht vor der Unmöglichkeit einer arrangierten Ehe mit der Tochter eines Großbauern zurückschrecken. Denn wer so weit gekommen ist, hält bald alles für möglich.
Ein meisterhaft inszenierter Film von Markus Schleinzer mit einer grandiosen Sandra Hüller in der Hauptrolle – Silberner Bär bei der Berlinale 2026 für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle.
Donnerstag, 16. April, 20 Uhr
FLY FISHING FILM TOUR
– 20 Jahre Fliegenfischen auf der Kinoleinwand

Zum 20-jährigen Jubiläum präsentiert die FLY FISHING FILM TOUR eine kuratierte Auswahl aktueller Fliegenfischfilme aus aller Welt. Das Jubiläumsprogramm 2026 vereint unterschiedlichste Geschichten und Schauplätze: von einem der berühmtesten Seen der Welt – einem Gewässer, das wie kaum ein anderes für den Traum von der größten Forelle des Lebens steht – bis in den hohen Norden Kanadas, wo der Wiederaufbau einer abgebrannten Lodge am legendären See für Seeforellen und Hechte zur existenziellen Frage wird. Weitere Filme führen tief in den Dschungel Boliviens oder erzählen von spektakulären Oberflächenbissen während eines massiven Zikadenschlupfs. Raue Küsten, abgelegene Gewässer und unterschiedliche Lebensrealitäten rund ums Fliegenfischen bilden den Rahmen dieses cineastischen Streifzugs durch die faszinierende Welt der Fliegenfischerei. (www.flyfishing-filmtour.de)
KINO DES LEBENS: Blind Date
Unter diesem Motto findet an jedem ersten Donnerstag eines Monats von 14:30 bis 17:30 Uhr eine Filmtherapie-Gruppe mit Otto Teischel statt. Der Eintritt ist frei, eine Teilnahme nur nach verbindlicher schriftlicher Anmeldung möglich unter: teischel@mailbox.org
SIRI HUSTVEDT
– Dance Around the Self
Deutschland, Schweiz 2026 | Regie, Drehbuch: Sabine Lidl | 110 Min. | OmU: Englisch | Kamera: Sabine Lidl, Meret Madörin, Filip Zumbrunn | Schnitt: Maxine Goedicke | Musik: Balz Bachmann

Jung, neugierig und voller Tatendrang verlässt Siri Hustvedt ihre Heimat Minnesota und stürzt sich mitten hinein ins pulsierende New York. Auf der Suche nach der Hauptfigur ihres ersten Romans beginnt eine Reise, die sie nicht nur zur Schriftstellerin macht, sondern zu einer der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Der Film öffnet einen Blick weit über Siri Hustvedt hinaus und feiert die kämpferische Kreativität von Künstlerinnen, denen die Autorin sich verbunden fühlt. Zugleich erzählt SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF die einzigartige Liebesgeschichte des legendären Autorenpaares aus Brooklyn: Siri Hustvedt und Paul Auster.
Drei Jahre lang folgt Sabine Lidl den Gedanken und Geschichten von Siri Hustvedt. Gemeinsam sind sie immer in Bewegung, durch Zeit und Raum, imaginär zwischen den Disziplinen, deren Grenzen Siri Hustvedt nicht gelten lässt. Dabei hält der Film auch einen der verletzlichsten Momente fest, als Siri Hustvedt und Paul Auster mit der Diagnose seiner Krebserkrankung konfrontiert werden.
Am letzten Donnerstag eines Monats spürt Psychotherapeut und Cineast Otto Teischel gemeinsam mit dem Publikum im Saal den Gefühlen und Schlüsselmomenten eines ausgewählten Films nach, in denen Filmkunst und (Über-)Lebenskunst sich berühren …
Donnerstag, 30. April, 19.30 Uhr
KINO DES LEBENS: Mitfühlend …
FRANTZ
Frankreich, Deutschland 2016 | Regie, Drehbuch: François Ozon | 109 Min. | Deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Kamera: Pascal Marti | Schnitt: Laure Gardette | Mit: Paula Beer, Pierre Niney, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg in einer deutschen Kleinstadt geht Anna jeden Tag zum Grab ihres Verlobten Frantz, der in Frankreich gefallen ist. Eines Tages legt Adrien, ein junger Franzose, ebenfalls Blumen auf das Grab von Frantz. Das Geheimnis um Adriens Anwesenheit im Ort nach der deutschen Niederlage entfacht unvorhersehbare Reaktionen.
PARIS MURDER MYSTERY – Vie privée
Frankreich 2025 | Regie: Rebecca Zlotowski | 103 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Drehbuch: Anne Berest, Rebecca Zlotowski, Gaëlle Macé | Kamera: George Lechaptois | Musik: Robin Coudert | Mit: Jodie Foster, Daniel Auteuil, Virginie Efira, Vincent Lacoste, Luana Bajrami

Eine Amerikanerin in Paris, Psychoanalytikerin. Und: Jodie Foster! Auf Französisch!
Lilian Steiner (Jodie Foster) lebt seit Jahren in Paris und hat sich dort einen Namen als brillante Therapeutin gemacht. Als ihre Patientin Paula (Virginie Efira) unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, ist sie fassungslos. War es wirklich Selbstmord, wie die Polizei rasch annimmt? Oder hat jemand sehr geschickt nachgeholfen? Zusammen mit ihrem Ex-Mann Gabriel (Daniel Auteuil), der noch immer nicht von ihr lassen kann, begibt sich Lilian auf eine turbulente Suche nach der Wahrheit.
Regisseurin Rebecca Zlotowski gelingt ein temporeicher Cocktail voller überraschender Wendungen und pointierter Dialoge, der mit viel Esprit und Leichtigkeit zwischen Humor, Spannung und Romantik navigiert.
YANUNI – Die Stimme des Amazonas
Österreich, Brasilien, Deutschland, USA 2025 | Regie, Drehbuch, Kamera: Richard Ladkani | 112 Min. | OmU: Portugiesisch, Englisch | Musik: H. Scott Salinas | Mit: Juma Xipaia, Hugo Loss, Tuppak Tawary Xipaia

YANUNI erzählt die Geschichte von Juma Xipaia, einer indigenen Anführerin aus dem Herzen des Amazonas, die aus dem Umweltaktivismus bis in die höchsten politischen Kreise Brasiliens aufsteigt – ins weltweit erste Ministerium für Indigene Völker. Während ihr Ehemann Hugo als Agent der brasilianischen Umweltbehörde illegale Goldminen zerschlägt, navigiert Juma das Spannungsfeld zwischen Macht, Bedrohung und Mutterschaft – und nimmt dafür große persönliche Risiken in Kauf.
Intim und episch zugleich, erzählt der österreichische Regisseur Richard Ladkani in beeindruckenden Bildern eine packende Geschichte über indigene Souveränität, Liebe und den dringenden Kampf um unseren Planeten. Produziert unter anderem von Leonardo DiCaprio, wurde der Film weltweit auf über zwanzig Festivals ausgezeichnet und stand auf der Oscar-Shortlist als Bester Dokumentarfilm.

