Filmbeschreibungen
CHÉRI, ICH KOMME!
– Die Erfindung der Lust
Frankreich 2026 | Regie: Reem Kherici | 89 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Drehbuch: Reem Kherici, Gari Kikoïne, David Solal | Kamera: Dominique Fausset | Musik: Laurent Aknin | Mit: Alexandra Lamy, François Cluzet, Camille Aumont Carnel, Mitty Hazanavicius

Fanny und Tom sind seit mehr als 20 Jahren verheiratet und führen ein scheinbar glückliches Leben. Doch eines Tages vertraut Fanny ihrem Mann ein Geheimnis an: Sie hatte noch nie in ihrem Leben einen Orgasmus. Inspiriert von ihrer extrem engagierten Sexualtherapeutin will sie das nun dringend ändern und entsprechend ins Training einsteigen. Tom ist schockiert, doch was folgt, ist keine Krise, sondern ein Pakt – eine abenteuerliche Expedition zweier Komplizen im Auftrag der Libido.
Zwanzig Jahre Ehe, eine Liebe, die trägt – und ein Geheimnis, das alles verändert. Nach einer wahren Begebenheit erzählt CHÉRI, ICH KOMME! mit viel Humor und Herz von einer großen Liebe, die sich traut, Fragen zu stellen – und von einem Paar, das bereit ist, gemeinsam neue Wege zu gehen. Mit François Cluzet, dem Star aus „Ziemlich beste Freunde“, in der Hauptrolle.
BITTERES FEST
Spanien 2026 | Regie, Drehbuch: Pedro Almodóvar | 112 Min. | OmU: Spanisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Kamera: Pau Esteve Birba | Schnitt: Teresa Font | Musik: Alberto Iglesias | Mit: Bárbara Lennie, Victoria Luengo, Leonardo Sbaraglia, Patrick Criado, Aitana Sánchez-Gijón

Zwei Zeitebenen und zwei Perspektiven verweben sich zu einem vielschichtigen Spiel zwischen Realität und Fiktion: Die Werbefilmregisseurin Elsa stürzt sich nach dem Tod ihrer Mutter in ihre Arbeit, ohne sich Raum zum Trauern zu geben. In einer anderen Zeit, in der gleichen Stadt, arbeitet der erfolgreiche Autor und Regisseur Raúl Durán, der gegen eine lange kreative Krise ankämpft, an seinem neuen Werk – und schreibt genau jene Geschichte, die Elsas Leben erzählt.
Pedro Almodóvar, der Meisterregisseur des spanischen Kinos, erforscht in BITTERES FEST die fragile Grenze zwischen Leben und Kunst, zwischen Erlebtem und Erdachtem.
LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS – Kota
Deutschland, Ungarn, Griechenland 2026 | Regie: György Pálfi | 97 Min. | OmU: Griechisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Kamera: Giorgos Karvelas | Musik: Szabolcs Szőke | Mit: Argyris Pandazaras, Maria Diakopanayotou, Yannis Kokiasmenos

Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt …
Mit einem genialen Kunstgriff gelingt György Pálfi ein humorvoller, berührender und fein beobachteter Film über die manchmal komplizierte Koexistenz von Tier und Mensch – und zugleich eine große Ode ans Erzählen.
AMORE UND BASTA!
– 2 cuori e 2 capanne
Italien 2024 | Regie: Massimiliano Bruno | 109 Min. | OmU: Italienisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Kamera: Marco Bassano | Schnitt: Luciana Pandolfelli | Musik: Roberto Procaccini | Mit: Edoardo Leo, Daniele Silvestri, Valerio Lundini, Claudia Pandolfi

Alessandra und Valerio könnten unterschiedlicher kaum sein: Sie ist eine freigeistige, feministische Lehrerin, er ein selbstbewusster Macho mit sehr traditionellen Vorstellungen. Als sie sich eines Morgens im Bus begegnen, funkt es sofort – und kurz darauf landen die beiden trotz aller Gegensätze schon im Bett. Doch am nächsten Tag folgt die Überraschung: Valerio ist der neue Direktor an Alessandras Schule. Während seine Schülerinnen und Schüler gegen den konservativen Führungsstil ihres neuen Schulleiters rebellieren, geraten auch Alessandra und Valerio immer wieder aneinander – erst recht, als Alessandra unerwartet schwanger wird.
AMORE UND BASTA! ist eine lebendige italienische RomCom über Liebe, Empathie und die Frage, ob Gegensätze sich wirklich anziehen – oder einander erst verstehen lernen müssen.
ROMERÍA
– Das Tagebuch meiner Mutter
Spanien, Deutschland 2025 | Regie, Drehbuch: Carla Simón | 112 Min. | OmU: Spanisch / deutsche Synchronfassung | Ab 16 Jahren | Kamera: Hélène Louvart | Schnitt: Sergio Jiménez, Ana Pfaff | Musik: Ernest Pipó | Mit: Llúcia Garcia, Mitch, Tristán Ulloa, Alberto Gracia, Miryam Gallego

Die 18-jährige Marina ist nach dem frühen Aids-Tod ihrer Eltern bei der Familie ihrer Mutter in Katalonien aufgewachsen. Für ihr Stipendium an der Filmhochschule braucht sie die Sterbeurkunde ihres Vaters. Doch zu ihrem Erstaunen weist das Dokument Fon als kinderlos aus – ein Fehler, der sich mit der Unterschrift der Großeltern leicht korrigieren ließe. So reist Marina nach Vigo an die galicische Atlantikküste, um zum ersten Mal die Familie ihres Vaters Fon kennenzulernen – und jenen Ort zu sehen, an dem ihre Eltern in den 1980er-Jahren, im Aufbruch nach dem Ende der Franco-Diktatur, die kurze, wilde Zeit ihrer Liebe erlebten.
In Galicien wird Marina mit offenen Armen empfangen. Doch ihre Ankunft rührt auch Scham, Schmerz, Zärtlichkeit und Schweigen auf. Begleitet vom Tagebuch ihrer Mutter begibt sich Marina auf eine aufwühlende Reise in eine Vergangenheit, die sie nie erlebt hat – und die sie sich nun selbst erschließen muss.
A SAD AND BEAUTIFUL WORLD
Libanon, USA, Deutschland, Saudi-Arabien, Katar 2025 | Regie: Cyril Aris | 110 Min. | OmU: Arabisch | Ab 12 Jahren | Drehbuch: Cyril Aris, Bane Fakih | Mit: Mounia Akl, Hasan Akil, Julia Kassar

Libanon: Nino und Yasmina werden am selben Tag im selben Krankenhaus geboren, doch sie begegnen sich erst in der Schule. Beide spüren sofort eine unmittelbare, tiefgehende Verbindung, die sie sich nicht erklären können. Gemeinsam schmieden sie einen Plan: Sie wollen Beirut mit einem »magischen« Zug verlassen. Doch als der Moment der Flucht gekommen ist, taucht Yasmina nie auf. Erst 25 Jahre später führt das Schicksal die beiden wieder zusammen und sie beschließen, eine Familie zu gründen – allen Widerständen und Krisen zum Trotz. (nach: Filmfest Hamburg 2025)
A SAD AND BEAUTIFUL WORLD erzählt eine mitreißende Lovestory über drei Jahrzehnte – und spiegelt darin zugleich die wechselvolle Geschichte des Libanon. Das Spielfilmdebüt von Cyril Aris feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig.
WAS DIESE NATUR DIR SAGT
그자연이네게뭐라고하니
Südkorea 2025 | Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Musik, Sounddesign, Produktion: Hong Sangsoo | 108 Min. | OmU: Koreanisch | jugendfrei | Mit: Ha Seongguk, Kwon Haehyo, Cho Yunhee, Kang Soyi, Park Miso

Donghwa, ein junger Dichter aus Seoul, fährt mit seiner Freundin Junhee zu deren Eltern in die Umgebung von Icheon. Verzaubert von der Schönheit des Hauses, das in einem hügeligen Garten liegt, begegnet er dem Vater, der ihn einlädt zu bleiben. Im Laufe eines Tages und einer Nacht öffnet sich ihm die Familie – und nach und nach enthüllt sich die Natur jedes Einzelnen.
Hong Sangsoo ist bekannt für seine einzigartige Bildsprache und eine Filmästhetik, in der sich unter scheinbar einfachen Oberflächen komplexe, streng komponierte Strukturen verbergen. Aus beiläufig wirkenden Begegnungen, Gesprächen und Gesten entstehen feinste Verschiebungen von Nähe, Fremdheit und Macht.
„Angesichts der scheinbaren Banalität von allem – den Dialogen, dem Bild selbst, der Situation – bleibt man fasziniert von der Fähigkeit des Films, unsere Aufmerksamkeit zu fesseln: von seiner präzisen, leichten Art, das Wahre im Alltäglichen zu finden. Jedes Mikro-Ereignis ist durchzogen von unendlichen sozialen Feinheiten, von urkomischen und leise ausgefochtenen Machtverhältnissen.“ – Libération
KINO DES LEBENS: Blind Date
Unter diesem Motto findet an jedem ersten Donnerstag eines Monats von 14:30 bis 17:30 Uhr eine Filmtherapie-Gruppe mit Otto Teischel statt. Der Eintritt ist frei, eine Teilnahme nur nach verbindlicher schriftlicher Anmeldung möglich unter: teischel@mailbox.org
Am letzten Donnerstag eines Monats spürt Psychotherapeut und Cineast Otto Teischel gemeinsam mit dem Publikum im Saal den Gefühlen und Schlüsselmomenten eines ausgewählten Films nach, in denen Filmkunst und (Über-)Lebenskunst sich berühren …
KINO DES LEBENS: Künstlich …
Donnerstag, 27. August 2026, 19.30 Uhr
PFAU – Bin ich echt?
Österreich, Deutschland 2024 | Regie: Bernhard Wenger | 102 Min. | Originalfassung: Deutsch | Ab 12 Jahren | Kamera: Albin Wildner | Musik: Lukas Lauermann | Mit: Albrecht Schuch, Anton Noori, Julia Franz-Richter

Mann-Sein als Tragikomödie: Obwohl er sich darin auszeichnet, täglich jemand anderes zu sein, besteht die wahre Herausforderung für Matthias darin, einfach er selbst zu sein. Als seine Freundin Sophia ihn wegen seiner allumfassenden Gefühllosigkeit allein im stylischen Domizil zurücklässt, muss Matthias in die Gänge kommen – und löst auf dem Weg zur Selbsterkenntnis eine Kettenreaktion von zunehmend absurdem Ausmaß aus.
Sonntag, 30. August, 20 Uhr
FILM + LIVE-KONZERT
OvO spielt L’Inferno (1911)
Italien 1911 | Regie: Francesco Bertolini, Giuseppe de Liguoro, Adolfo Padovan | 70 Min. | Ab 16 Jahren | Nach „Die göttliche Komödie“ von Dante

Ein früher Höllentrip der Filmgeschichte – live vertont von OvO: L’INFERNO gilt als erster von Dante inspirierter Spielfilm und als spektakulärer Meilenstein des frühen Kinos. Dante begegnet Vergil und durchwandert die Kreise der Hölle – vorbei an Verdammten, Dämonen und fantastischen Visionen, deren Bildgewalt und Spezialeffekte das Publikum schon 1911 in Staunen und Aufruhr versetzten.
Über 100 Jahre später trifft dieser monumentale Stummfilm auf die kompromisslose Klangwelt von OvO. Das italienische Duo zählt zu den prägendsten Acts der internationalen Noise-Rock-Szene und hat mit über 1000 Konzerten weltweit Kultstatus erreicht. Zwischen brachialer Klanggewalt, Stimme, Schlagzeug, Gitarre und elektronischen Elementen entsteht ein intensiver Live-Soundtrack – düster, körperlich und radikal gegenwärtig.
OH LA LA 2 – Neue Tests, neues Chaos
Frankreich 2026 | Regie, Drehbuch: Julien Hervé | 93 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Kamera: Emmanuel Royer | Musik: Matei Bratescot | Mit: Christian Clavier, Didier Bourdon, Sylvie Testud, Chloé Coulloud, Marianne Denicourt

Nachdem sie dank DNA-Tests die unerwartete Wahrheit über ihre Herkunft erfahren haben, beschließen die Familien Bouvier-Sauvage und Martin, das Kriegsbeil zu begraben und die Hochzeit ihrer Kinder zu organisieren. Doch sie haben nicht mit einer weiteren Überraschung gerechnet: Durch neue Testergebnisse taucht plötzlich ein bislang unbekannter Cousin von Frédéric auf – und damit gerät die vermeintlich geklärte Familiengeschichte erneut gehörig durcheinander.
Mit OH LA LA 2 – NEUE TESTS, NEUES CHAOS kehrt eine der erfolgreichsten französischen Komödien der letzten Jahre auf die Leinwand zurück. Christian Clavier, der Star aus der „Monsieur Claude“-Reihe, sorgt erneut für ein herrlich turbulentes Kinovergnügen voller Missverständnisse, Familienchaos und politisch unkorrektem Humor. Französische Komödienkunst in Bestform.
IM SPIEGEL MEINER MUTTER
Deutschland 2026 | Regie, Drehbuch: Jutta Brückner | 95 Min. | Ab 12 Jahren | Kamera: Daniela Knapp | Schnitt: Mona Bräuer, Andreas Wondraschke | Musik: Maciej Siedziecki | Mit: Corinna Harfouch, Carla Juri, Hildegard Schmahl

Die erfolgreiche Archäologin und Universitätsprofessorin Ursula Scheuner (Corinna Harfouch) macht bei Ausgrabungen im Moor einen sensationellen Leichenfund, der ihr finanziell angeschlagenes Institut retten könnte. Gleichzeitig muss sie den kürzlichen Tod ihrer Mutter (Hildegard Schmahl) verarbeiten. Beim Aufräumen des Elternhauses beginnen für Ursula die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu verschwimmen. Gefangen in einem Labyrinth aus Verlust und
Trauer muss Ursula schnell einen Weg hinausfinden. Doch als ihre neue Assistentin Mel (Carla Juri) andeutet, sehr viel mehr über Ursulas Lebensgeschichte zu wissen, droht ein lange verborgenes Familiengeheimnis an die Oberfläche zu gelangen.
In Jutta Brückners Werk wird Geschichte immer auch als Biografie erfahrbar – ein roter Faden, der sich durch ihr Filmschaffen zieht. Mit IM SPIEGEL MEINER MUTTER kehrt die renommierte Autorin, Regisseurin und Produzentin nach fast 20 Jahren ins Kino zurück und setzt ihre Trilogie über Mutter-Tochter-Beziehungen fort, die mit „Tue recht und scheue niemand“ (1975) und „Hungerjahre“ (1980) begann.

