Kinoprogramm Feber 2026

Filmbeschreibungen

CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND – Spirited Away

Japan 2001 | Regie: Hayao Miyazaki | 125 Min. | OmU: Japanisch / deutsche Synchronfassung | Ab 8 Jahren | Drehbuch: Hayao Miyazaki | Mit: Sidonie von Krosigk, Elisabeth Günther, Nina Hagen u. a.

Am Ende des Tunnels liegt eine andere Welt, und wer in diese eindringt, muss sich wundern – und vor allem hüten. Doch das wissen Chihiros Eltern nicht, als sie sich in Begleitung ihrer zehn Jahre alten Tochter dorthin verirren und von einem Teller essen, der als Weihgabe für Götter dargebracht wurde. Unversehens verwandeln sie sich in Schweine und die verzweifelte Chihiro muss, um ihre Eltern retten zu können, als Gehilfin im Badehaus der Hexe Yubaba anheuern …

Vor 25 Jahren (2001) kam ein Film in die japanischen Kinos, der die Welt erstaunte und für viele bis heute der schönste Anime aller Zeiten ist. Visuell atemberaubend begleitet CHIHIROS REISE ein kleines Mädchen auf dem Weg zu sich selbst, voller faszinierender Figuren und Einfälle. Das Meisterwerk gilt wohl zu Recht als Höhepunkt im Schaffen von „Animationsgott” Hayao Miyazaki.


PRINZESSSIN MONONOKE – Mononoke-hime

Österreich 2025 | Regie: Othmar Schmiderer | 98 Min. | OmU: mehrsprachig | jugendfrei | Drehbuch: Stephan Settele, Othmar Schmiderer | Schnitt: Arthur Summereder | Musik: Christian Fennesz

Vor langer, langer Zeit, als in Japan noch die Götter regierten, lebt in einem riesigen Wald, die wilde Prinzessin Mononoke bei den Wölfen. Doch das friedliche Miteinander von Mensch und Tier ist bedroht: Immer weiter frisst sich die Zivilisation in die Natur hinein. Erstmals werden Waffen aus Eisen geschmiedet, Gewehre, deren Kugeln, bereits den Panzer einer Samurai-Rüstung durchschlagen können. Nun wollen die Menschen die alte Ordnung endgültig umstürzen und machen Jagd auf den mächtigen Waldgott. Die Tiere aber wollen sich nicht kampflos ergeben und sammeln sich zu einer letzten großen Schlacht. Mittenhinein in diesen tödlichen Konflikt gerät der junge Krieger Ashitaka. Er und Mononoke finden sich zwischen den Fronten wieder – und nur in ihren Händen liegt die Macht, die drohende Katastrophe abzuwenden …

„Ein großer Film für die Ewigkeit, randvoll mit Sympathie, Fantasie und purer visueller Freude.“ – Salon


DIE STIMME VON HIND RAJAB

Frankreich, Tunesien, USA 2025 | Regie, Drehbuch: Kaouther Ben Hania | 89 Min. | OmU: Arabisch | Ab 12 Jahren | Kamera: Juan Sarmiento G. | Mit: Clara Khoury, Saja Kilani, Motaz Malhees

Am 29. Januar 2024 erhalten Helfer des Roten Halbmondes einen Notruf: Ein sechsjähriges Mädchen ist in einem unter Beschuss stehenden Auto in Gaza eingeschlossen und fleht um Rettung. Während die Sanitäter versuchen, sie in der Leitung zu halten, tun sie alles, um einen Krankenwagen zu ihr zu schicken. Ihr Name war Hind Rajab.

Der Spielfilm der tunesischen Regisseurin Kaouther Ben Hania („Olfas Töchter“) basiert auf den originalen Telefonaufzeichnungen eines realen Falles. Rekordverdächtige 23-minütige Standing Ovations und Großer Preis der Jury bei den Filmfestspielen von Cannes 2025.


MADAME KIKA

Belgien 2025 | Regie: Alexe Poukine | 110 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | keine Altersfreigabe | Drehbuch: Alexe Poukine, Thomas van Zuylen | Kamera: Colin Lévêque | Schnitt: Agnès Bruckert | Mit: Ethelle Gonzalez Lardued, Makita Samba, Manon Clavel

Die Sozialarbeiterin Kika steht auf einmal unerwartet vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens: Sie ist zum zweiten Mal schwanger, als ihr Partner plötzlich stirbt und sie alleinerziehend mit ihrer Tochter ohne Wohnung und ohne Geld dasteht. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als ihre Prioritäten klar zu setzen: 1. schnell Geld verdienen, 2. stark bleiben. Dass dabei schmutzige Unterwäsche, Dildos und neurotische Eltern ihren Weg ebenso kreuzen wie kollegiale Dominas, hätte sie nicht erwartet. Und vor allem letztere helfen ihr, nicht vollends unterzugehen in dieser neuen Welt aus Schmerz, Macht und Lust.

Die belgische Regisseurin Alexe Poukine trifft mit ihrem Spielfilmdebüt MADAME KIKA den Nerv der Zeit und schafft das Portrait einer Frau zwischen Trauer und ökonomischem Druck – zärtlich, liebevoll und doch bitter-komisch.

„Aber was mich in diesem Film interessiert, ist nicht so sehr die Arbeit mit Sex, sondern die Beziehung zu Leid und Rollenspielen: Welche Funktion nehmen wir ein, und was passiert, wenn wir die entgegengesetzte Position einnehmen?“ – Regisseurin Alexe Poukine


NO OTHER CHOICE

Südkorea 2025 | Regie: Park Chan-wook | 139 Min. | OmU: Koreanisch / deutsche Synchronfassung | Ab 16 Jahren | Drehbuch: Park Chan-wook, Lee Kyoung-mi, Jahye Lee, Don McKellar | Mit: Lee Byung-hun, Son Ye-jin, Park Hee-soon, Lee Sung-min

Man-su hat sich mit viel Fleiß und harter Arbeit ein perfektes Leben geschaffen: Haus mit Garten, harmonische Ehe, talentierte Kinder und genug Zeit für sein geliebtes Bonsai-Hobby. Doch als KI plötzlich seinen Job ersetzt, müssen er und seine Familie auf allerlei Annehmlichkeiten verzichten: die Tennisstunden der Gattin, das Netflix-Abo der Kinder und selbst die zwei treuen Golden Retriever können sie sich nicht mehr leisten. Und je länger Man-su vergeblich Bewerbungen schreibt, desto näher rückt auch der Verlust des geliebten Hauses. Schließlich begreift er: Nicht der Mangel an Jobs ist das Problem, sondern die Menge an Mitbewerbern …

Park Chan-wook („Oldboy“, „Die Taschendiebin“) zählt neben Bong Joon-ho („Parasite“) zu den großen Meistern kluger und kunstvoller Unterhaltung aus Südkorea. Mit NO OTHER CHOICE gelingt ihm ein bitterböses Vergnügen, eine messerscharfe Symphonie des Absurden – visuell brillant und beißend komisch.


OLDBOY – 올드보이

Südkorea 2003 | Regie: Park Chan-wook | 119 Min. | OmdU: Koreanisch / OmeU | Ab 16 Jahren | Drehbuch: Hwang Jo-yun, Lim Jun-hyeong, Park Chan-wook | Mit: Choi Min-sik, Yoo Ji-tae, Kang Hye-jeong

15 Jahre eingesperrt, 5 Tage Zeit für Rache: Ohne erkennbaren Grund wird der Geschäftsmann Oh Dae-su entführt und in einen fensterlosen Raum gesperrt. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt ist ein Fernseher, über den er eines Tages aus den Nachrichten erfährt, dass seine Frau ermordet worden ist und er dafür verantwortlich gemacht wird. Nach 15 langen Jahren in völliger Isolation wird Oh Dae-su plötzlich in die Freiheit entlassen. Auf der Suche nach Antworten schwört er Rache an seinen Peinigern, doch die Tortur ist für ihn noch nicht überstanden …

Der koreanische Kultthriller ist ein unvergesslicher Rachetrip, der mit unerbittlicher Präzision Schönheit und Grausamkeit vereint. Mit seiner stilistischen Brillanz, ikonischen Bildern, ergrejfender Musik und einem Finale, das sich unauslöschlich einbrennt, gilt OLDBOY als Meisterwerk des modernen Kinos.


KINO DES LEBENS: Blind Date

Unter diesem Motto findet an jedem ersten Donnerstag eines Monats von 14:30 bis 17:30 Uhr eine Filmtherapie-Gruppe mit Otto Teischel statt. Der Eintritt ist frei, eine Teilnahme nur nach verbindlicher schriftlicher Anmeldung möglich unter: teischel@mailbox.org (bis 2 Tage vorher).


BON VOYAGE – Bis hierher und noch weiter – On ira

Frankreich 2025 | Regie: Enya Baroux | 97 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Drehbuch: Enya Baroux, Martin Darondeau, Philippe Barrière | Kamera: Hugo Paturel |  Mit: Pierre Lottin, Hélène Vincent, Juliette Casquet

Die 80-jährige Marie, unheilbar an Krebs erkrankt, hat beschlossen, ihr Leben selbstbestimmt zu beenden. Doch um ihre Familie für eine letzte gemeinsame Reise zu gewinnen, greift sie zu einer Notlüge: Sie erzählt ihrem unzuverlässigen Sohn Bruno, ihrer Enkelin Anna und der einfühlsamen Pflegekraft Rudy von einem angeblichen Erbe in der Schweiz. Während die Reise voller unerwarteter Momente und familiärer Spannungen verläuft, steht Marie vor einer schwierigen Entscheidung: Wird sie den Mut aufbringen, die wahre Bedeutung dieser Reise zu offenbaren?

Eine Komödie mit spritzigen Dialogen, kuriosen Figuren und viel Situationskomik, die mit großem Fingerspitzengefühl das Recht, sein Lebensende selbst zu bestimmen, thematisiert.


COEXISTENCE, MY ASS!

USA, Frankreich 2025 | Regie: Amber Fares | 95 Min. | OmU: Hebräisch, Arabisch, Englisch | Ab 12 Jahren | Kamera: Philippe Bellaïche, Amber Fares, Amit Chachamov | Mit: Noam Shuster Eliassi

COEXISTENCE, MY ASS! begleitet die israelische Aktivistin und Komikerin Noam Shuster Eliassi. Der Dokumentarfilm, der über einen Zeitraum von fünf turbulenten Jahren gedreht wurde, zeichnet Noams persönlichen, beruflichen und politischen Werdegang vor dem Hintergrund der stetigen Verschlechterung der Lage in der Region nach. Aufgewachsen in einem zweisprachigen israelisch-palästinensischen Dorf, verliert Noam zunehmend den Glauben an den traditionellen Friedensaktivismus. Sie wendet sich der Stand-up-Comedy zu und erregt schnell Aufmerksamkeit im gesamten Nahen Osten. Doch während ihr Stern steigt, bricht alles um sie herum zusammen.

Mit beißender Satire konfrontieren der Dokumentarfilm und Noam das Publikum mit schwierigen Wahrheiten, die nicht immer lustig sind, uns aber daran erinnern, dass eine andere Realität möglich ist.


DAS FLÜSTERN DER WÄLDER
– Le Chant des Forêts

Frankreich 2025 | Regie, Drehbuch: Vincent Munier | 93 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | Ab 8 Jahren | Kamera: Vincent Munier, Antoine Lavorel, Laurent Joffrion | Musik: Warren Ellis, Dom La Nena, Rosemary Standley

Geduld ist die wichtigste Eigenschaft, die Michel Munier auf seinen Streifzügen tief in die alten, moosbedeckten Wälder der Vogesen mitbringen muss. Sein Sohn Vincent teilt die Faszination des Vaters seit seinem zwölften Lebensjahr. Von ihm hat er gelernt, die Spuren der Tiere zu lesen, kennt die Plätze, an denen sie fressen, wo sie jagen, ihre Nester bauen und schlafen. Gemeinsam mit Vincents Sohn Simon begibt sich das Familien-Trio auf eine Reise in die atemberaubende Schönheit der Natur.

Nach der mit einem César ausgezeichneten Natur-Doku „Der Schneeleopard“ gelingt es dem französischen Wildtierfotografen und Dokumentarfilmer Vincent Munier mit DAS FLÜSTERN DER WÄLDER nicht nur die visuelle Pracht, sondern auch die poetischen Klänge des Waldes einzufangen. Sein Film ist eine Ode an Flora und Fauna, ein Brückenschlag zwischen Vater, Sohn und Enkel, zwischen Mensch und Natur, zwischen Fotografie und Film, zwischen Tag und Nacht, zwischen Persönlichem und Universellem.


THE SOUFFLEUR

Österreich, Argentinien 2025 | Regie: Gastón Solnicki | 78 Min. | OmU: Englisch | keine Altersfreigabe | Drehbuch: Julia Niemann, Gastón Solnicki | Kamera: Rui Poças | Mit: Willem Dafoe, Lilly Lindner, Stéphanie Argerich, Gastón Solnicki, Imona Mirrakhimova, Claus Philipp, Camille Clair

Nach dreißig Jahren als Manager eines legendären Wiener Hotels, dem Intercontinental am Stadtpark, erfährt Lucius, dass das Gebäude an einen argentinischen Bauträger verkauft wurde, der es abreißen und neu erfinden will. Mit Hilfe seiner Tochter und einer Handvoll treuer Mitarbeiter hält er an dem Leben, das er sich in Wien aufgebaut hat, fest. Was folgt, ist ein Kampf voller Schleichwege, Spione und dem paranoiden Ringen um den Erhalt einer schwindenden Welt – und des einzigen Zuhauses, das er je gekannt hat.

„Wer offen ist für Erfahrungen“, so Willem Dafoe kämpferisch verzweifelt, „kann hier viele schöne Dinge entdecken“. Das gilt auch für diesen wundersamen Essayfilm, in dem der alte Charme des bald nicht mehr existierenden Wahrzeichens zu etwas einzigartig Schönem wird. – Michael Pekler, Viennale


MONSIEUR ROBERT KENNT KEIN PARDON
– Les Vengeances de Maître Poutifard

Endlich kann Robert Poutifard in Pension gehen. Nach über 30 Jahren treuer Dienste als Lehrer an einer Grundschule könnte er nun seinen verdienten Ruhestand genießen. Aber er hat nur eines im Sinn: Rache an seinen ehemaligen Schülern, die sein Leben ruiniert haben. Jahrelang hat sich Monsieur Robert minutiös auf seine Rache vorbereitet. Um seinen teuflischen Plan auszuführen, hat er die beste Komplizin an seiner Seite: seine Mutter. Gemeinsam laufen sie zur Höchstform auf und ihre Rache kennt zunächst keine Grenzen …

Christian Clavier knüpft nahtlos an seine Paraderolle als Monsieur Claude an und ist als Monsieur Robert noch ausgebuffter und giftiger. Eine gnadenlose Komödie – bissig, temporeich, voll schwarzem Humor und unerwarteter Wendungen!


SIE GLAUBEN AN ENGEL, HERR DROWAK?

Deutschland, Schweiz 2025 | Regie: Nicolas Steiner | 127 Min. | Deutsche Originalfassung | Ab 12 Jahren | Drehbuch: Bettina Gundermann, Pascal Nothdurft | Kamera: Markus Nestroy | Mit: Luna Wedler, Karl Markovics, Lars Eidinger, Dominique Pinon

Die optimistische, lebensfrohe Studentin Lena übernimmt im Auftrag des „Amtes für Ruhe und Ordnung“ einen Job als Schreibtherapeutin. Bei ihrem Kurs gibt es allerdings nur einen einzigen Teilnehmer: Hugo Drowak, ein einsamer, alter Misanthrop voller Hass, Alkoholiker. Doch Lena lässt sich davon nicht abschrecken. Ihr temperamentvoller Ehrgeiz weckt in Drowak völlig unerwartet sein literarisches Talent und ist verzaubert von seiner Poesie über Liebe und Magie. Je tiefer Drowak in seine Erinnerungen eintaucht, umso stärker erwachen verdrängte Dämonen in ihm und Lena kämpft darum, Drowak vor sich selbst zu schützen.

Der Schweizer Regisseur Nicolas Steiner hat mit seinem ersten Spielfilm eine Tragikomödie inszeniert, in der die Schatten der Vergangenheit bis in die Gegenwart reichen – und zu Literatur werden.


FATHER MOTHER SISTER BROTHER

USA, Irland, Frankreich 2025 | Regie, Drehbuch: Jim Jarmusch | 111 Min. | OmU: Englisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Kamera: Frederick Elmes, Yorick Le Saux | Musik: Anika, Jim Jarmusch | Mit: Cate Blanchett, Adam Driver, Charlotte Rampling, Mayim Bialik, Vicky Krieps, Tom Waits, Sarah Greene, Indya Moore, Luka Sabbat

In dem als Triptychon komponierten Spielfilm kreisen drei Geschichten um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: FATHER ist im Nordosten der USA angesiedelt, MOTHER in Dublin und SISTER BROTHER in Paris. Es ist eine Reihe von Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung – und zugleich eine Komödie, durchzogen von feinen Fäden der Melancholie.

In seinem neuesten Geniestreich lässt Regie-Ikone Jim Jarmusch das illustre, hochkarätige Starensemble die Untiefen familiärer Beziehungen ausloten. FATHER MOTHER SISTER BROTHER wurde bei den Filmfestspielen von Venedig 2025 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.


Am letzten Donnerstag eines Monats spürt Psychotherapeut und Cineast Otto Teischel gemeinsam mit dem Publikum im Saal den Gefühlen und Schlüsselmomenten eines ausgewählten Films nach, in denen Filmkunst und (Über-)Lebenskunst sich berühren …

Donnerstag, 26. Feber, 19.30 Uhr
KINO DES LEBENS: Absurd …

DER FREMDE – L’étranger

Frankreich 2025 | Regie, Drehbuch: François Ozon | 120 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Mit: Benjamin Voisin, Denis Lavant, Pierre Lottin, Swann Arlaud

Algier, 1938. Meursault, ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem schicksalhaften Ereignis kommt.

In betörenden Schwarzweißbildern erzählt und getragen von einem erlesenen Ensemble gelingt François Ozon eine meisterliche Neuinterpretation von Albert Camus’ gleichnamigem Literaturklassiker – ein virtuoses Werk von zeitloser Relevanz.