Filmbeschreibungen
VERFLUCHT NORMAL – I Swear
Vereinigtes Königreich 2025 | Regie, Drehbuch: Kirk Jones | 121 Minuten | OmU: Englisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Kamera: James Blann | Schnitt: Sam Sneade | Musik: Stephen Rennicks | Mit: Robert Aramayo, Shirley Henderson, Maxine Peake

John Davidson wächst in einer schottischen Kleinstadt Anfang der 1980er-Jahre auf und entwickelt mit zwölf Jahren ausgeprägte Nerventicks. Was erst Jahre später als Tourette-Syndrom diagnostiziert wird, bestimmt fortan seinen Alltag. Rund 15 Jahre später lebt John noch immer bei seiner Mutter und kämpft weiterhin mit den Nebenwirkungen starker Medikamente. Eine zufällige Begegnung mit seinem früheren Klassenkameraden sowie dessen Mutter verändert seine Situation. Die Mutter, die als Krankenschwester arbeitet, begegnet ihm mit Verständnis; schrittweise gewinnt John mehr Zuversicht und beginnt, seinen eigenen Weg zu gehen.
Als perfekte Mischung aus sozialrealistischem Drama und warmherziger Underdog-Komödie vereint VERFLUCHT NORMAL gleich zwei große britische Kinotraditionen. Basierend auf dem Leben des echten John Davidson erzählt Regisseur Kirk Jones in seinem emotionalen Biopic mit viel Humor und großer Wärme, wie John seinen Weg findet und zur Inspiration für andere wird.
HOLA FRIDA
Frankreich, Kanada 2024 | Regie: André Kadi, Karine Vézina | 83 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | jugendfrei | Drehbuch: Anne Bryan, Sophie Faucher, André Kadi | Kamera: Karine Vézina | Musik: Laetitia Pansanel-Garric

Das ist die Geschichte eines ganz besonderen Mädchens. Ihr Zuhause ist Coyoacán in Mexiko – ein lebendiger Ort voller Farben, Musik und Magie. Frida ist neugierig, mutig und voller Energie. Sie beobachtet, entdeckt, träumt – und wenn das Leben ihr Schwierigkeiten in den Weg stellt, begegnet sie ihnen mit Fantasie und Kreativität. Was sie noch nicht weiß: Ihr besonderer Blick auf die Welt wird sie später zu einer der berühmtesten Künstlerinnen aller Zeiten machen.
Hola Frida erzählt mit Wärme, Humor und Poesie von der Kindheit Frida Kahlos – und davon, wie Fantasie Mut schenken kann. Ein farbenreiches Familienerlebnis, das berührt, inspiriert und nachklingt
KILL BILL: THE WHOLE BLOODY AFFAIR
USA 2003/2004/2026 | Regie, Drehbuch: Quentin Tarantino | 275 Min. | Originalfassung: Englisch | Ab 18 Jahren | Kamera: Robert Richardson | Schnitt: Sally Menke | Musik: RZA, Robert Rodriguez | Mit: Uma Thurman, Lucy Liu, Vivica A. Fox, David Carradine, Michael Madsen, Daryl Hannah, Sonny Chiba
(inkl. 15 Minuten Pause)

Uma Thurman als namenlose Braut auf einem blutdurchtränkten Rachefeldzug: Nach einem brutalen Attentat ihres Ex-Geliebten Bill, das ihr ungeborenes Kind kostete und sie ins vierjährige Koma stürzte, plant die ehemalige Auftragsmörderin kompromisslose Rache. Leiche für Leiche kämpft sie sich zu Bill durch – doch vier Mitglieder des „Deadly Viper Assassination Squads“ stehen ihr im Weg: Vorstadthausfrau Vernita Green, Yakuza-Chefin O-Ren Ishii, Bills Bruder Budd und dessen rechte Hand, die ruchlose Elle Driver.
Quentin Tarantinos Kultfilm, wie er ihn ursprünglich plante: als einen einzigen, kompletten Spielfilm. Erst die Laufzeit von über vier Stunden zwang ihn zur Aufteilung in zwei Teile. THE WHOLE BLOODY AFFAIR zeigt den epischen Rachefeldzug nun erstmals als Ganzes und enthält zudem eine nie zuvor gezeigte, über siebenminütige Animationssequenz.
KLASSENTREFFEN – Alles beim Alten
– T’as pas changé
Frankreich 2025 | Regie: Jérôme Commandeur | 106 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Drehbuch: Jérôme Commandeur, Kevin Knepper | Mit: Jérôme Commandeur, François Damiens, Vanessa Paradis, Laurent Lafitte

Die einst unzertrennlichen Freunde Hervé, Maxime und Jordy wollen ihre vermeintlich glorreichen Schulzeiten mit einer großen 30-Jahres-Maturafeier aufleben lassen. Doch ihre nostalgischen Vorstellungen prallen schnell auf die bittere Realität: Kaum jemand will kommen – allen voran Anne und Marion, die das Treffen sogar aktiv sabotieren. Zum ersten Mal müssen sich die drei fragen, ob sie früher vielleicht wirklich nicht mehr als eine Clique selbstgefälliger Angeber waren. Entschlossen, das Ruder herumzureißen, stürzen sie sich in eine chaotisch-witzige Mission, um ihr Image und die Feier zu retten …
Eine warmherzige, frech-leichte Ensemble-Komödie, die den Geist der 1990er-Jahre mit modernem französischem Humor verbindet und die Kluft zwischen nostalgischer Verklärung und verdrängten Erinnerungen hintersinnig auslotet.
FIUME O MORTE!
Kroatien, Italien, Slowenien 2025 | Regie, Drehbuch: Igor Bezinović | 112 Min. | OmU: Kroatisch, Italienisch, Fiuman | Keine Altersfreigabe | Kamera: Gregor Božič | Schnitt: Hrvoslava Brkušić | Musik: Hrvoje Nikšić, Giovanni Maier

Die heutigen Bewohner von Fiume (Rijeka) beleuchten ein lange übersehenes, bizarres Kapitel des 20. Jahrhunderts: die 16-monatige, orgienhafte Besetzung ihrer Stadt nach dem Ersten Weltkrieg durch den italienischen Dichterfürsten, Lebemann und Militaristen Gabriele D’Annunzio. Mit dramatisierten und oft humorvollen Nachstellungen – getragen von Laiendarsteller:innen aus dem heutigen Rijeka – wird Geschichte lebendig und greifbar.
Regisseur Igor Bezinović verbindet historische Rekonstruktion mit der aktiven Einbindung der lokalen Bevölkerung zu einem ebenso absurden wie faszinierenden Film über Macht, Mythos und Erinnerung. Gewinner des Tiger Award in Rotterdam 2025 sowie des Langfilmpreises beim K3 Film Festival 2025.
AB DURCH DIE MITTE
– Mit Vollgas durch Paris
Frankreich, Belgien 2025 | Regie: Grégoire Vigneron | 91 Min. | OmU: Französisch / deutsche Synchronfassung | Ab 12 Jahren | Kamera: Léo Lefèvre | Musik: Sylvain Goldberg | Mit: Christian Clavier, Rayane Bensetti, Gilles Cohen, Claire Chust, Julie Ferrier

Der junge Bauingenieur Stan hat sich im Job abgerackert. Jetzt steht ihm endlich die ersehnte Beförderung ins Haus. Doch als sein despotischer Chef einen Rückzieher macht und ausgerechnet seinem Hauptrivalen den Posten verspricht, dreht Stan für einen kurzen Moment durch: Er klaut eine Tasche mit einer Million Euro Schwarzgeld aus dem Firmentresor. Stan ist mit dem Geld und seiner Freundin Marine schon auf dem Weg zum Flughafen, als er erfährt, dass seine Beförderung doch zustande kommt. Doch wie soll Stan die Million in den verschlossenen Tresor zurückbekommen?
Regisseur Grégoire Vigneron schickt in seiner turbulenten Komödie voller Wendungen und Missverständnisse ein ungleiches Duo auf eine wilde Fahrt durch die Nacht: Rayane Bensetti stolpert als Verbrecher wider Willen ins Abenteuer, während „Monsieur Claude“-Star Christian Clavier als leidlich solider Schlosser großes Chaos stiftet.
A USEFUL GHOST – Pee Chai Dai Ka
Thailand, Singapur, Frankreich, Deutschland 2025 | Regie, Drehbuch: Ratchapoom Boonbunchachoke | 130 Min. | OmU: Thailändisch / deutsche Synchronfassung | Keine Altersfreigabe | Mit: Davika Hoorne, Witsarut Himmarat, Apasiri Nitibhon

March liebt einen Staubsauger. Aber nicht irgendeinen: Im Inneren des Haushaltsgeräts hat die Seele seiner an Luftverschmutzung verstorbenen Frau Zuflucht gefunden. Als Liebespaar kämpfen sie gegen besessene Kühlschränke, helfen einem akademischen Ladyboy und dessen Liebhaber im Kampf gegen skrupellose Politiker und genießen die Möglichkeiten der wiedergefundenen Zweisamkeit – auch im Bett. Die konservative Verwandtschaft ist entsetzt, die buddhistischen Gelehrten pikiert und Marchs pragmatische Mutter tut alles, um der schon zu Lebzeiten ungeliebten Schwiegertochter endgültig den Stecker zu ziehen.
Ratchapoom Boonbunchachokes Fabel von der unsterblichen Liebe zwischen Mann und Staubsauger ist eine der abgedrehtesten Romanzen des Jahres. Die clevere Gesellschaftssatire räumt mit traditionellen Beziehungsvorstellungen, überholten Geschlechterrollen und verklärter Erinnerungskultur auf und wurde in Cannes mit dem Großen Preis der Semaine de la Critique ausgezeichnet.
AUF DER SUCHE NACH DER GESTOHLENEN ZEIT
Österreich 2025 | Regie, Drehbuch: Konrad Wakolbinger | 89 Min. | Originalfassung: Deutsch | jugendfrei | Kamera: Martin Putz | Schnitt: Julia Willi, Oliver Neumann | Musik: Louie’s Cage Percussion

Wie langsam die Uhr ticken kann, bekommt man in Friesach zu spüren, wo eine mittelalterliche Burg in Echtzeit aufgebaut wird – ohne Strom, moderne Geräte oder künstliches Licht. Es ist nur eine der zahlreichen Etappen auf einer Reise durch unser Zeitbewusstsein. Dabei untersucht der Film die prägende Formel „Zeit ist Geld“ und stellt die Frage, wie wir Zeit bewusster gestalten können, um weniger „gestohlene“ Momente zu empfinden und mehr Eigenzeit mit Tiefe, Präsenz und Sinn in unserem Alltag zu erleben.
Regisseur Konrad Wakolbinger dekonstruiert mit feinem Humor, wie sich das Verhältnis von Zeit und Arbeit über die Jahrhunderte verändert hat. Ein pointierter und kurzweiliger Dokumentarfilm, der zeigt, dass Zeit nicht nur gemessen, sondern auch hinterfragt werden sollte.
KINO DES LEBENS: Blind Date
Unter diesem Motto findet an jedem ersten Donnerstag eines Monats von 14:30 bis 17:30 Uhr eine Filmtherapie-Gruppe mit Otto Teischel statt. Der Eintritt ist frei, eine Teilnahme nur nach verbindlicher schriftlicher Anmeldung möglich unter: teischel@mailbox.org
Am letzten Donnerstag eines Monats spürt Psychotherapeut und Cineast Otto Teischel gemeinsam mit dem Publikum im Saal den Gefühlen und Schlüsselmomenten eines ausgewählten Films nach, in denen Filmkunst und (Über-)Lebenskunst sich berühren …
KINO DES LEBENS: Fürsorglich …
Donnerstag, 25. Juni 2026, 19.30 Uhr
HELDIN
Deutschland, Schweiz 2024 | Regie, Drehbuch: Petra Biondina Volpe | 92 Min. | Originalfassung: Deutsch | Ab 12 Jahren | Mit: Leonie Benesch, Sonja Riesen, Selma Adin

Pflegefachkraft Floria arbeitet mit großer Leidenschaft und Professionalität in der Chirurgie eines Schweizer Krankenhauses. Bei ihr sitzt jeder Handgriff, sie hat selbst in Stresssituationen immer ein offenes Ohr für ihre Patient:innen und ist im Notfall sofort zur Stelle – idealerweise. Doch in der harten Realität ihres oft schwer kalkulierbaren Alltags sieht das meist anders aus. Als Floria an diesem Tag ihre Spätschicht antritt, fällt auf der voll belegten, unterbesetzten Station eine Kollegin aus und ihr passiert ein verhängnisvoller Fehler. Die Schicht droht, völlig aus dem Ruder zu laufen. Ein nervenzerrender Wettlauf gegen die Zeit beginnt …
Eine respektvolle Hommage an alle Pflegekräfte sowie ein packendes Plädoyer für mehr Menschlichkeit und soziales Engagement.
INGEBORG BACHMANN
– Jemand, der einmal ich war
Deutschland, Österreich 2026 | Regie, Drehbuch: Regina Schilling | 95 Min. | Originalfassung: Deutsch | Ab 12 Jahren | Kamera: Johann Feindt | Schnitt: Carina Mergens | Musik: Anja Plaschg (Soap&Skin) | Mit: Sandra Hüller, Ingeborg Bachmann, Max Frisch, Paul Celan, Hans Werner Henze

In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivmaterial, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film zentrale Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten über den Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu ihren letzten Tagen in Rom. Ihr Weg ist geprägt von Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch sowie dem Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen Ruhm und existenziellen Krisen.
Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar.
DIAMANTI
Italien 2025 | Regie: Ferzan Özpetek | 135 Min. | OmU: Italienisch | Ab 16 Jahren | Drehbuch: Elisa Casseri, Carlotta Corradi, Ferzan Özpetek | Kamera: Gian Filippo Corticelli | Schnitt: Pietro Morana | Mit: Luisa Ranieri, Jasmine Trinca, Sara Bosi, Loredana Cannata, Stefano Accorsi

18 Frauen.
Ein römisches Atelier in den 1970er-Jahren.
Ein fantastisches Kleid, das genäht werden soll.
Der neue Film von Ferzan Özpetek („Männer al dente“, „Hamam – Das türkische Bad“) ist eine opulente Ode an Schönheit und (weibliche) Solidarität – und eine Liebeserklärung an das Kino und das Handwerk, das es stets begleitet.
DIAMANTI wurde mit einem großartigen Star-Ensemble zum meistgefeierten italienischen Kinostart des Jahres und zu Özpeteks bisher erfolgreichstem Film.
RESURRECTION – Kuang ye shi dai
China, Frankreich 2025 | Regie, Drehbuch: Bi Gan | 160 Min. | OmU: Chinesisch | Keine Altersfreigabe | Kamera: Dong Jinsong | Schnitt: Bi Gan, Bai Xue | Musik: M83 | Mit: Shu Qi, Yee Jackson, Chao Mark, Li Gengxi, Huang Jue, Chen Yongzhong

In einer Welt, in der die Menschheit zugunsten des ewigen Lebens das Träumen aufgegeben hat, begibt sich ein junger Namenloser auf eine fantastische Odyssee durch Zeit und Raum, um die Träume vor dem Vergessen zu bewahren.
Bi Gan ist ein vom Kino Besessener – so wie sein Protagonist ein vom Träumen Besessener ist. RESURRECTION wurde bei den Filmfestspielen von Cannes mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. In den Hauptrollen: der chinesische Superstar Jackson Yee und die unvergleichliche Shu Qi („The Assassin“).
Mit seinem dritten Film hat Ausnahmeregisseur Bi Gan ein Werk von rauschhafter Fantasie erschaffen, wie es das Kino nur selten wagt – eine Sinnesreise durch die tiefsten Sehnsüchte des Menschseins, deren Bilder noch lange nachhallen.
„Ein filmisches Wunderwerk.“ – Viennale
„Pure Überwältigung – 100 Jahre Kino in zweieinhalb bildgewaltigen Stunden.“ – filmstarts.de

