September 2025

Kinoprogramm September

Filmbeschreibungen

WENN DER HERBST NAHT
– Quand vient l’automne

Frankreich 2024 | Regie, Drehbuch: François Ozon | 104 Min. | OmU: Französisch | keine Altersfreigabe | Kamera: Jérôme Alméras | Schnitt: Anita Roth | Mit: Hélène Vincent, Josiane Balasko, Ludivine Sagnier, Pierre Lottin

Michelle verbringt ihren Ruhestand in einem idyllischen Dorf im Burgund ganz in der Nähe ihrer langjährigen Freundin Marie-Claude. Als ihre Tochter Valérie vorbeikommt und Michelle ihr versehentlich giftige Pilze serviert, eskaliert das ohnehin schon angespannte Verhältnis zwischen den beiden. Valérie unterstellt ihrer Mutter Mordabsichten und untersagt ihr jeglichen Kontakt zu ihrem geliebten Enkel Lucas. Michelle stürzt in eine tiefe Depression, bis Marie-Claudes Sohn Vincent aus dem Gefängnis entlassen wird und beschließt, seiner Mutter und ihrer besten Freundin zu helfen.

In herbstlich strahlenden Bildern kredenzt Regie-Ikone François Ozon („8 Frauen“, „Swimming Pool“) einen raffinierten Thriller, der bis zum Ende mit Überraschungen aufwartet und mit den französischen Schauspielstars Hélène Vincent, Josiane Balasko, Ludivine Sagnier und Pierre Lottin hochkarätig besetzt ist.


DER SALZPFAD – The Salt Path

Großbritannien 2024 | Regie: Marianne Elliott | 115 Min. | OmU: Englisch / deutsche Synchronfassung | Ab 6 Jahren | Drehbuch: Rebecca Lenkiewicz | Kamera: Hélène Louvart | Musik: Chris Roe | Mit: Gillian Anderson, Jason Isaacs, James Lance, Hermione Norris

Das Schicksal hat es nicht gutgemeint mit dem Ehepaar Raynor und Moth Winn. Innerhalb weniger Wochen verlieren sie nicht nur ihr Zuhause und ihre kompletten Ersparnisse, sondern es wird bei Moth auch eine seltene Form der Parkinson-Krankheit diagnostiziert. Ohne Dach über dem Kopf beschließen die beiden, auf eine Wandertour zu gehen. Ihr Weg führt entlang des wunderschönen „South West Coast Path“ an der Südküste Englands. Durch das Gehen eröffnen sich für das Paar neue Perspektiven und der Gesundheitszustand von Moth verbessert sich zusehends.

Der berührende und inspirierende Film beruht auf einer wahren Geschichte. Als Vorlage diente Regisseurin Marianne Elliot der gleichnamige Bestseller des Ehepaares Winn. (nach: Das Kino)


ZWEITLAND

Deutschland, Italien, Österreich 2025 | Regie, Drehbuch: Michael Kofler | 112 Min. | Originalfassung: Deutsch | Ab 12 Jahren | Kamera: Felix Wiedemann | Schnitt: Florian Miosge | Musik: Teho Teardo | Mit: Thomas Prenn, Aenne Schwarz, Laurence Rupp, Francesco Acquaroli

Südtirol, 1961. Die norditalienische Region wird durch eine Serie von separatistischen Bombenanschlägen erschüttert. Während der junge Bauernsohn Paul der Perspektivlosigkeit seines Dorfes entkommen und Malerei studieren will, kämpft sein älterer Bruder Anton kompromisslos für den Schutz der deutschsprachigen Minderheit – notfalls mit Gewalt. Nachdem Anton als einer der Attentäter enttarnt wird, flieht er und lässt Hof und Familie zurück. Während die Lage eskaliert und die italienische Polizei hart durchgreift, muss sich Paul zwischen familiärer Loyalität und persönlicher Selbstverwirklichung entscheiden.

In seinem Kinodebüt beleuchtet Regisseur Michael Kofler packend und eindringlich die Ereignisse rund um die „Feuernacht“ in Südtirol.


Dienstag, 9. September, 19.30 Uhr
FILM + GESPRÄCH mit Regisseur Harry Putz

REQUIEM IN WEISS – Das würdelose Sterben unserer Gletscher

Österreich 2025 | Regie, Idee: Harry Putz | 60 Min. | Originalfassung: Deutsch | jugendfrei | Kamera: Martin Stoni, Harry Putz

Die Gletscher der Ostalpen sterben – unumkehrbar, darin ist sich die Wissenschaft einig. Doch während das „ewige Eis“ schwindet, boomt der Tourismus. Im Sommer drängen sich Besucher in Gletscherbahnen, um die letzten Überreste zu berühren. Der Skibetrieb läuft auf Hochtouren, und die Eingriffe in die Natur nehmen immer drastischere Formen an: Hangsicherungen, Gletscherabdeckungen, Schneedepots, Kunstschneeanlagen, massive Geländeplanierungen – ein Wettlauf gegen die Zeit.

Mit diesem Dokumentarfilm inszeniert Harry Putz eine eindringliche filmische Hommage an das Sterben der Gletscher in den Alpen. Durch tiefgehende Interviews verwebt er Wissenschaft und Emotion zu einer beklemmenden Dokumentation. Gedreht an 14 Gletschern in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz, stellt der Film am Ende eine unumgängliche Frage: „Wie wollen wir unsere Gletscher verabschieden?”


SCHÄFER – Bergers

Kanada, Frankreich 2024 | Regie: Sophie Deraspe | 113 Min. | OmU: Französisch | ab 14 Jahren | Drehbuch: Sophie Deraspe, Mathyas Lefebure | Kamera: Vincent Gonneville | Musik: Philippe Brault | Mit: Félix-Antoine Duval, Solène Rigot, Guilaine Londez, Michel Benizri

Mathyas tauscht sein Leben als junger Werbefachmann in Montreal ein, um Schäfer in der Provence zu werden. Die harte Realität der Hirtenwelt zwingt ihn jedoch dazu, seine romantische Vorstellung von diesem Beruf zu hinterfragen. Als Élise, eine ehemalige Beamtin, ihn besucht, gewinnt seine Suche eine neue Richtung. Gemeinsam begeben sie sich auf die Wanderschaft mit einer Schafherde in ihrer alleinigen Verantwortung. An den Begegnungen und bestanden Prüfungen in den Bergen gewachsen, erschaffen sie sich ein neues Leben.

Ausgezeichnet als bester kanadischer Film beim Toronto International Film Festival 2024.

„Ein herb-poetischer und bildmächtiger Spielfilm, der mit seinen starken Identifikationsfiguren und mit der Entwicklung von der Verlorenheit zum Leben im Einklang mit der Natur nicht nur große emotionale Kraft entwickelt, sondern auch über die eigene Lebensführung reflektieren lässt.“
 
– film-netz.com.


NOCH LANGE KEINE LIPIZZANER

Österreich 2025 | Regie: Olga Kosanović | 92 Min. | Originalfassung: Deutsch | jugendfrei | Drehbuch: Olga Kosanović | Kamera: Rupert Kasper | Schnitt: Jan Zischka | Mit: Emil Brix, Judith Kohlenberger, Gerd Valchars, Robert Menasse, Elena Wolff, Daniel Wagner, Jeff Ricketts, Gabriele Roller, Vladimir Vulevic

„Die Macht geht vom Volk aus“, steht in der österreichischen Verfassung – doch wer ist das Volk, wenn in Wien mittlerweile über ein Drittel der Bevölkerung nicht wahlberechtigt ist?

Einbürgerung ist in Österreich ein wahrer Hürdenlauf. So auch für die Regisseurin Olga Kosanović, die, obwohl in Österreich geboren und aufgewachsen, die Staatsbürgerschaft bisher nicht erlangen konnte. In einem Kommentar in einer Tageszeitung zu ihrem Fall schreibt jemand: „Wenn eine Katze in der Hofreitschule Junge wirft, sind das noch lange keine Lipizzaner“. Welcher Identitätsbegriff liegt einer Gesetzgebung zugrunde, die die Gesellschaft in „Wir“ und „die Anderen“ teilt? Ein Film über Zugehörigkeit – und den zweiten Versuch der Regisseurin, (endlich ganz) dazuzugehören. 

Mit spielerischer Leichtigkeit, Humor und mithilfe vieler Expert*innen lernen wir das Staatsbürgerschaftssystem in Österreich kennen, seine Abgründe, Absurditäten und Tücken.


Donnerstag, 25. September, 19.30 Uhr
KINO DES LEBENS: Grotesk …

ICH BIN DEIN MENSCH

Deutschland 2021 | Regie: Maria Schrader | 104 Min. | Originalfassung: Deutsch | Ab 12 Jahren | Mit: Maren Eggert, Dan Stevens, Sandra Hüller, Hans Löw, Wolfgang Hübsch

Eine ebenso intelligente wie sarkastische Archäologin aus Berlin wird ausgewählt, um drei Wochen lang mit einem humanoiden Roboter zusammenzuleben, der als ihr idealer Partner programmiert wurde. Sie soll beurteilen, ob Maschinenwesen künftig Bürgerrechte erhalten können. Ein ebenso stiller wie feinsinniger Science-Fiction-Film mit leisem Humor. Mit einer sorgfältigen, auf kleinste Gesten, Blicke, Körperhaltungen und Sätze konzentrierten Inszenierung kreist er um die Frage, wo die Grenze zwischen Mensch und Maschine verläuft, und findet unerwartete Antworten. (Lexikon des Internationalen Films)


KINO DES LEBENS: Blind Date

Unter diesem Motto findet an jedem ersten Donnerstag eines Monats von 14:30 bis 17:30 Uhr eine Filmtherapie-Gruppe mit Otto Teischel statt. Wenn sich die Teilnehmenden ohne Vorwissen im Kino auf ein wahrhaftig berührendes Filmkunstwerk einlassen und sich nachher anvertrauen können, was sie dabei erlebt haben, entfaltet die Filmtherapie ihre Wirkung. Eine gemeinschaftliche Erfahrung, offen für alle (max. 24 Pers.) Der Eintritt ist frei, eine Teilnahme nur nach verbindlicher schriftlicher Anmeldung möglich unter: teischel@mailbox.org (bis 2 Tage vorher).


THE KLIMPERCLOWN – Helge Schneider

Deutschland 2024 | Regie, Drehbuch: Helge Schneider & Sandro Giampietro | 82 Min. | Originalfassung: Deutsch | Kamera: Sandro Giampietro | Mit: Helge Schneider

„Ich wollte mal aufzeigen, wie es wirklich hinter den Kulissen der künstlerischen Arbeit aussieht und hatte mich von vielen in der Vergangenheit produzierten Formaten über mich nicht wirklich verstanden gefühlt.“ Helge Schneider, musikalischer Clown und Jazzmusiker der Neuzeit, setzt sein Leben als Patchwork zu einem bunten Filmabenteuer zusammen. Die von Sandro Giampietro geführte Kamera bietet dem Zuschauer tiefe Einblicke in das Leben und Werk des Künstlers.

Mit hier und da eingeworfenen Originalaufnahmen, Super-8 oder VHS, gespielten Sketches und Reality-Fotos verbindet der Film die Gegenwart mit den verschiedenen Stationen in Helge Schneiders Karriere. Die Musik spielt dabei eine wesentliche Rolle.  Ein bunter Reigen von Live-Auftritten und eigens für diesen Film produzierten Clips wechseln ab mit kurzen Statements des Künstlers

„Helge Schneider ist der vielseitigste und vor allem lustigste Komiker Deutschlands.“ – Die Zeit


Samstag, 20. September, 19.30 Uhr
FILM + GESPRÄCH
mit Regisseur Florian Pochlatko samt Team

Das Filmstudio Villach tritt gemeinsam mit dem Stadtkino den Non-Stop-Kinos bei. Das heißt: Ab sofort kannst du mit einer Flatrate so oft du willst ins Filmstudio und Filme auch mehrfach ansehen – ebenso in allen teilnehmenden Kinos in ganz Österreich. Nähere Infos dazu: www.nonstopkino.at

Aus diesem Anlass organisieren wir gemeinsam eine große Kinofeier und haben Florian Pochlatko samt Team zur Kärnten-Premiere von HOW TO BE NORMAL AND THE ODDNESS OF THE OTHER WORLD eingeladen.

HOW TO BE NORMAL AND THE ODDNESS OF THE OTHER WORLD

Österreich 2024 | Regie, Drehbuch: Florian Pochlatko | 102 Min. | Originalfassung: Deutsch | keine Altersfreigabe | Kamera: Adrian Bidron | Schnitt: Julia Drack | Musik: Rosa Anschütz | Mit: Luisa-Céline Gaffron, Elke Winkens, Cornelius Obonya, Felix Pöchhacker, Lion Thomas Tatzber, Wesley Joseph Byrne, David Scheid, Oliver Rosskopf, Harald Krassnitzer, Jutta Fastian

Pia ist Mitte zwanzig und irgendwie verloren. Frisch aus der Psychiatrie entlassen, kehrt sie in das alte Kinderzimmer im Haus ihrer Eltern zurück. Während sie versucht, sich durch einen Dschungel aus Meinungen, Medikamenten und Vorurteilen zu kämpfen, um ihr Selbstbild wiederzufinden, passiert das Unfassbare: Sie wird bärenstark – und wächst über alle Köpfe hinaus. 20 Meter groß. Ist sie wieder psychotisch? Oder eine Heldin im Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit? Was tun mit so einer Riesenfrau?

Das Langfilmdebüt des Grazers Florian Pochlatko feierte seine Weltpremiere bei der Berlinale 2025 – und sorgte dort für viel Aufsehen.

„Wer entscheidet, was normal ist? HOW TO BE NORMAL AND THE ODDNESS OF THE OTHER WORLD ist eine melancholische und doch unbeschwerte Erkundung von Identität, Familie und Selbstfindung am Beispiel einer jungen Frau auf der Suche nach innerem Gleichgewicht und Sinn in einer unkontrollierbaren Welt.“ – Berlinale


AUSGSTING.

Deutschland 2024 | Regie, Drehbuch: Julian Wittmann | 94 Min. | Originalfassung: Deutsch | keine Altersfreigabe | Kamera: Markus J. Schindler | Schnitt: Franz Wierny | Musik: Claudio Donzelli | Mit: Wolfgang „Gangerl“ Clemens, Julian Wittmann, Thomas Wittmann

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, dem Alltag und den Zwängen der Gesellschaft zu entfliehen? Einfach alles hinter sich lassen – oder besser noch: komplett aussteigen und wahre Freiheit erleben! Aber was ist das eigentlich: wahre Freiheit?

Der Filmemacher Julian Wittmann macht sich auf die Reise, um eine Antwort zu finden. Und wenn es einer wissen muss, dann doch wohl Wolfgang „Gangerl“ Clemens: Ein bayerisches Original, über 80 Jahre alt, seit 40 Jahren ausgsting und mit einer Segelyacht auf den Weltmeeren unterwegs. Drei Monate begleitet Julian den faszinierenden Eigenbrötler und passionierten Entdecker auf seiner abenteuerlichen Reise, taucht tief ein in die Welt eines Aussteigers und muss feststellen, dass einem das Paradies nicht einfach so geschenkt wird …


DAS TIEFSTE BLAU – O último azul

Brasilien, Mexiko, Chile, Niederlande 2025 | Regie: Gabriel Mascaro | 86 Min. | Originalfassung: Portugiesisch / deutsche Synchronfassung | keine Altersfreigabe | Mit: Denise Weinberg, Rodrigo Santoro, Miriam Socarrás

Die 77-jährige Tereza (Denise Weinberg) lebt in einer kleinen Industriestadt im Amazonasgebiet. Eines Tages erhält sie die offizielle Anweisung der Regierung, in eine Seniorenkolonie in einer entlegenen Gegend zu ziehen. Hier sollen die Alten ihre letzten Jahre „genießen“, während die junge Generation sich voll und ganz auf Produktivität und Wirtschaftswachstum konzentrieren kann. Doch Tereza widersetzt sich. Sie begibt sich auf eine Reise immer weiter hinein in das Amazonasgebiet, durch die Nebenflüsse und den Dschungel. Einen letzten Wunsch will sie sich erfüllen, bevor man ihr die Freiheit nimmt …

Mit DAS TIEFSTE BLAU nimmt Gabriel Mascaro („Neon Bull“, „Divino Amor“) das Publikum mit auf eine transformative Reise durch den Amazonas und erzählt eindringlich vom Streben nach Freiheit und Widerstandsfähigkeit. Großer Preis der Jury (Silberner Bär), Preis der ökumenischen Jury bei der Berlinale 2025


Das Filmstudio Villach zeigt einmal im Monat NATIONAL THEATRE LIVE – die besten Theaterproduktionen in englischer Originalsprache auf der großen Kinoleinwand. Ein spezielles Angebot nicht nur für die vielen internationalen Arbeitsmigrant:innen in Villach, sondern eine echte kulturelle Bereicherung für ganz Kärnten.

FLEABAG
by Phoebe Waller-Bridge


GB 2019 | Director: Vicky Jones | 87 min. | Original language (English) | PG: not known | Cast: Steve Coogan, Giles Terera, John Hopkins, Olivier Alvin-Wilson, Penny Ashmore

Fleabag may seem oversexed, emotionally unfiltered and self-obsessed, but that’s just the tip of the iceberg. With family and friendships under strain and a guinea pig café struggling to keep afloat, Fleabag suddenly finds herself with nothing to lose. 

Written and performed by Phoebe Waller-Bridge (Fleabag, Killing Eve) and directed by Vicky Jones, Fleabag is a rip-roaring look at some sort of woman living her sort of life. Following a box office record-breaking run in cinemas in 2019, the one-woman show returns to cinemas to the big screen.  

The hilarious, award-winning play that inspired the BBC’s hit TV series Fleabag, was captured live on stage from London’s West End in 2019.